Hauspost

Hauspost n° 1 Januar 2019

Liebe Wein-Freundinnen und -Freunde

Die ersten Weine des Jahrgangs 2018 sind in der Flasche – ein Jahrgang, der wegen seines ungewöhnlich langen Sommers hohe Erwartungen geweckt hat. Wir präsentieren Ihnen hier zunächst einen Rheinhessen-Riesling aus dem Weingut Geil, einen Rheingau-Riesling vom Weingut Künstler sowie den Rosé vom Weingut Ehmoser aus dem Wagram in Österreich. Drei Partner übrigens, mit denen wir seit Langem zuverlässig zusammenarbeiten und von denen wir mit Stolz behaupten können, dass wir zur Bekanntheit ihrer hervorragenden Weine in Tübingen (und weit darüber hinaus!) aktiv beitragen konnten. Das gilt ebenso für eine ganze Reihe weiterer Weingüter, die fester Bestandteil unseres Programms sind. Reduzieren werden wir dagegen das Geschäft mit den sogenannten „Marken“. Wundern Sie sich bitte nicht, wenn Sie bestimmte Champagnerhäuser oder „Kultweine“ nicht mehr bei uns finden werden. Von manchen darunter haben wir uns nach und nach bereits verabschiedet. Die Situation am Markt ändert sich beständig: Geschmäcker werden in Trend gesetzt, Marken dafür aufgebaut … Unsere Antwort hierauf ist, die Zusammenarbeit mit jenen Partnern zu stärken, die eine nachvollziehbare, verlässliche Positionierung ihrer Produkte am Markt mit uns teilen. Das bedeutet im Prinzip, dass wir an unserem Sortiment weiterarbeiten werden wie bisher, nur noch konsequenter und kompromissloser. Mit dieser Strategie können wir die Begeisterung für das Thema Wein und Genuss noch lange Zeit mit Ihnen teilen, davon sind wir überzeugt!

Jetzt wünschen wir Ihnen viel Spaß bei der Lektüre!
Ihr Team von Wein-Bauer


VERANSTALTUNGEN & INFOS

ZEIT FÜR WINZER: Künstler!

Weingut Künstler, Rheingau. Weinprobe mit Johannes Ott, am Freitag, 1. März, 15-18.30 Uhr.
Eigentlich betrieb die Familie Künstler seit 1648 Weinbau in Südmähren, wurde nach dem Zweiten Weltkrieg jedoch enteignet und wagte im Rheingau einen Neuanfang. Der Beginn einer Erfolgsgeschichte mit zahllosen Höhepunkten: Hochheim liegt als einzige Rheingauer Weinbaugemeinde direkt am Main. Die günstige landschaftliche Orientierung, Lichtreflektion und Wärmespeicher sorgen hier für einzigartige Weinbergslagen mit einem nahezu mediterranen Kleinklima. Hier wachsen die unverwechselbaren Rieslinge, die auf der ganzen Welt berühmt sind. Dass Künstler sie mit enormem Alterungspotenzial ausstattet, liegt vor allem an den perfekt gelesenen und verarbeiteten Trauben. Seine Rieslinge werden mit allen großen Auszeichnungen gewürdigt und bereichern unser Sortiment seit vielen Jahren. Wir freuen uns deshalb sehr, dass Johannes Ott aus Hochheim zu uns kommt, um Ihnen diese Weine persönlich vorzustellen. Eine Gelegenheit, die Sie nicht
versäumen sollten!


2018er: Weinbauverbände begeistert

Sommerbeginn“ schon im April, vorzeitige Lese mancherorts Ende August! Wärme, Temperaturverlauf, Niederschläge sorgen für Menge, gesundes Lesegut, Qualität: Alles war perfekt gesetzt.
BADEN: Dass bei einem überdurchschnittlichen Ertrag eine so hohe Traubenqualität eingefahren werden konnte, ist nach Angaben des Badischen Wein-bauverbandes „wohl noch nie“ vorgekommen. Die Weine des Monats : Rosé Weine sind fruchtbetont, kraftvoll und strukturiert durch den hohen Zuckergehalt der Beeren. So hat der Jahrgang mehr „Power“ als der 2017er.
WÜRTTEMBERG: Mit geschätzten 1,2 Millionen Hektolitern liegt die Menge über dem Vorjahr. Man könne sich auf aromenreiche, fruchtbetonte Top- Qualitäten mit guter Struktur freuen.
RHEINGAU: „Ein Spitzenjahrgang“, so Weinbauberater Berthold Fuchs: Das gilt nicht nur für den Riesling, sondern auch für die Spätburgunder, die besonders farbkräftig und intensiv ausfallen werden.
RHEINHESSEN: Die Erntemenge fiel fast 20 Prozent höher aus, obwohl Hanglagen stark bewässert werden mussten. Doch ein Jahrgang wie 2018 ist besonders für Rotweine ideal, da die Trauben sehr lange ausreifen konnten. Aber auch die Weißweine werden aromenreich und sortentypisch vollfruchtig ausfallen, bei moderaten Fruchtsäuregehalten.
Die MOSELWEINE lassen reiches A roma, eine harmonische Struktur bei verhaltener Säure und eine elegante, vollsaftige Fruchtigkeit erwarten.
Das Schlusswort zu diesem „Weinsommer“ kommt vom Weinbauverband MITTELRHEIN : „Selbst die ältesten Winzer können sich kaum daran erinnern, so viele Trauben bei dieser hervorragenden Qualität und in vollkommen gesundem Zustand geerntet zu haben“.
(Quelle DWI / Deutsches Weininstitut)


INTERNET: Unser neuer Auftritt

Am meisten freuen wir uns natürlich, wenn wir Sie persönlich bei uns begrüßen dürfen! Doch auch online freuen wir uns über Kundschaft – und ab und zu stöbern selbst unsere (Stamm-)Kunden gerne von zu Hause oder unterwegs in unserem Programm. Deshalb haben wir unseren Web-Shop für alle etwas übersichtlicher gestaltet und besonders unser Layout auf Ihren Zugriff über Tablet und Smartphone optimiert. Nicht nur sind Handhabung und Lesbarkeit verbessert worden, auch in der Struktur des gesamten Shops haben wir die Weingüter etwas mehr in den Fokus gerückt. Also für alle etwas, die unterwegs nicht auf uns verzichten wollen, und sei es nur zur Vorbereitung des Besuchs ganz in echt bei uns!


WEINE DES MONATS: Weiß

1 RHEINHESSEN: Herrlicher 18er

Riesling Gutswein trocken, 2018. Weingut Oekonomierat Johann Geil I. Erben, Bechtheim
Seit dem Beginn unserer Zusammenarbeit 2004 stimmt hier alles! Rot- und Weißweine von exzellenter sortenspezifischer Struktur, Genuss und niedriger Preis: bis heute ist das Weingut seinem Stil treu geblieben. Und die Fachwelt ist begeistert von „Weinen voller Spannung, Spiel, natürlicher Intelligenz“ (Gault&Millau), und Fallstaff ist begeistert davon, „wie ausgezeichnet die Familie Gutsrieslinge beherrscht.“ Frucht und Säure sind schön ausgewogen, dazu leichte, frische Zitrusnoten in der Nase. Ebenso feingliedrig wie trinkfreudig. Wiederum perfekt, der 18er.


2 WÜRTTEMBERG: Die Frische

Beerengeflüster Weißweincuvée trocken, „Wildspontan“, 2017. Weingut Merkle, Sachsenheim
Vorfreude auf den Frühling: Cuvée aus Sauvignon Blanc, Riesling und Müller Thurgau. Erfrischender, leichter Weißwein; das Aromenspektrum reicht von Stachelbeere über Zitrus und Orange über weißen Pfirsich bis zu Ananas. Die Merkles erregten als „Hefe-Jäger“ Aufsehen, da sie Wildhefen aus eigenen Weinbergen isoliert und reproduzierbar gesichert haben. Was als Kuriosum gerne verkürzt wiedergegeben wird ist einerseits der Wunsch, den Wein zur Gänze als regionales Produkt zu verstehen – Industriehefen, die zur Gärung (fast) überall eingesetzt werden, machen ihrem Verständnis nach kaum Sinn. Andererseits macht es die Merkles unabhängig von „Kellerhefen“, die ihnen die Kontrolle über die Spontangärung nehmen.


Neue Weingüter im Programm

3 RHEINGAU: Feinherb? Feinherb!

Rheingau Riesling feinherb, 2018 VDP-Weingut Künstler, Hochheim am Main
Wenn alle Welt von „trockenen Weißweinen“ spricht ist Gunter Künstler einer derjenigen, die sich auch einen feinherben leisten können. Der „Best German Wine Producer“ mit allerbesten Rheingauer Lagen spielt einfach so gekonnt mit dem Verhältnis von Säure und Süße, das einem Riesling zueigen ist, dass man sich fragt, warum überhaupt alle Weine trocken sein müssen? Zudem noch stattet er den Wein charmant mit schönen gelben Fruchtaromen aus. Bei einer Trinktemperatur von 8°-10°C macht dieser 18er-Riesling richtig viel Spaß!

 

WEINE DES MONATS: Rosé

4 ÖSTERREICH: Rosé ohne Umwege

Zweigelt Rosé trocken, 2018. Weingut Josef Ehmoser, Großweikersdorf/Wagram
Was einen Rosé ausmacht, bekommt man bei dem eleganten Puristen Ehmoser deutlich gezeigt. Er keltert ihn aus der Zweigeltrebe, die in seinem Rosé schön lachsfarben leuchtet. Am Gaumen kommt die saftige Frucht der Trauben geradlinig, mit spannender Aromatik roter Beeren an, weil sie von stabiler Mineralität gestützt wird. Sehr anmutig, frisch, dabei im Charakter duftig. Josef Ehmoser wirtschaftet in dritter Generation in der bekannten österreichischen Weinbauregion Wagram, 45 Kilometer westlich von Wien. „So wenig wie möglich und so viel als nötig.“ In Weinberg und Keller ist Ehmoser konsequent und liebt nicht die Schnörkel. Das gilt für alle seine Weine: Böden, Lagen, Sorten, selbst das Klima meint man aus dem Glas unverstellt nachzuschmecken.

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WEINE DES MONATS: Rot

5 ITALIEN: Purpur und Rubinrot

Bacca Nera Vino Rosso, 2017. Corte Figaretto, Valpantena, Verona
Veneto-Wein zum Genießen: trocken, frisch, fruchtig, körperreich. Ziemlich aufwendig zusammengestellt aus typisch veronesischen (Corvina,, Rondinella, Molinara) und internationalen Traubensorten (Cabernet Sauvignon, Merlot, Syrah). Nach der Handlese gärt das perfekte Traubengut 12 Tage auf der Schale, dannach wird der Wein in Edelstahlbehältern gelagert. Dann erst reift er zur Verfeinerung etwa 3 Monate in französischen Eichenholzfässern weiter. Auch nach der Abfüllung reift der Wein einige Monate lang in der Flasche nach, bevor er auf den Markt kommt. In der Farbe ist der Wein herrlich rubinrot mit purpurnen Reflexen. Im Bukett sind süße Gewürznoten sowie Veneto-typische Fruchtnoten zu erkennen, die an Kirschen, Sauerkirschen und Waldbeeren erinnern. Angenehm weich, gut ausgewogen und elegant. Was für tolle Weine Familie Bustagi aus ihrem kleinen Weingut da hervorbringt hat schon eine Klasse, die auch international locker mithalten kann.


6 PORTUGAL: Eleganz aus dem Duoro

Vinho Tinto Duoro D.O.C., 2015. Quinta do Romeu, Romeu/Duoro
Nach alter Tradition bewirtschaftet João Menéres auf seinem traditionsreichen Familienweingut neben biologischem Weinbau auch Olivenbäume und Korkeichen. Begeistert waren wir schon von seinen Gutsweinen, deren seidiger Schmelz am Gaumen uns sehr gut gefällt. Angebaut werden die Weine auf 25 Hektar, die allesamt auf 320 Metern Höhe liegen, wo der Wechsel von Wärme und Nachtkälte dafür sorgt, dass die Trauben gut und doch konzentriert auswachsen und die Weine sich einzigartig frisch und elegant präsentieren.

Übrigens: Das Weingut Quinta do Romeu war kürzlich erst in einer Arte-Dokumentation zu sehen. Die „Nordlys“,nach Angaben des Eigners Fairtransport das weltweit älteste noch fahrende Frachtschiff unter Segeln (1873 in England erbaut), hatte sich bereits im September von der portugiesischen Hafenstadt Porto auf den Weg gemacht. Die Fracht: ökologisch produzierte, traditionell gefertigte und fair gehandelte Waren. Darunter auch ein ökologisch erzeugter Wein und das Olivenöl der Quinta do Romeu. Nur durch Wind angetrieben, versteht sich das Projekt mit seinen zwei Schiffen als Botschafter für umweltfreundlichen Transport mit Zuladungen von 25 bis 45 Tonnen. Die Nordlys segelte emissionsfrei von Porto über Südengland nach Bremerhaven.


7 WÜRTTEMBERG: … kann Cuvée!

Contur Rotweincuvée Qualitätswein trocken, 2016. Weingut Dr. Baumann, Obersulm
Wuchtig-würzige und kräftige Rotwein-Cuvée aus Lemberger und Cabernet Mitos. Aufwendig selektiertes, vollreifes Traubengut. In Barriques und großen Holzfässern ausgebaut. Liegt für 20 Monate auf der Feinhefe! Dichte Noten von Brombeeren und schwarzen Johannisbeeren, mit leichten Vanillenoten unterlegt und
nur hauchzart von Gerbstoffen flankiert.

Übrigens: Die „Trilogie“ Prolog – Contur – Epilog umfasst drei spannende Weine, allesamt Cuvées: Prolog als Weißwein und die beiden anderen als Rotweine. Tanja Baumann ist damit eine in sich stimmige Runde gelungen, in der jeder Wein seinen Platz hat: fantastisch ausgebaute Cuvées aus Einzellagen.


8 FRANKREICH: Spitzenjahrgang 13

Rasteau A.C. Côtes du Rhône Villages, 2013. Château du Trignon, Gigondas/Rhône
Aus Grenache und Mourvèdre gekeltert. Facettenreich im Duft, schmeichelnd am Gaumen. Die Frucht ist bestimmt von reifen Waldbeeren, dezent begleitet von feinen Gewürzen, unterlegt mit etwas Kakao. Samtweicher Nachklang. Kraft und Frische sind hier optimal kombiniert; sehr hochwertig „französisch“. Die Familie Quiot bewirtschaftet die Domaine Château Trignon in Gigondas sowie einige weitere berühmte Appellationen an der Rhône. Dabei wird großer Wert darauf gelegt, dass die Individualität jedes Terroirs gewahrt wird. Diese Weine sind eine Klasse für sich! Die Erfahrung macht‘s: Das Familienweingut der Familie Quiot hat ihren Sitz in der südfranzösischen Weinbaugemeinde Châteauneuf-du-Pape!

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Unser REZEPT DES MONATS

Von Januar bis April wird auf den Lofoten der König des Kabeljau gefischt: Nach langer Wanderung ist sein Fleisch fest, doch sehr zart und mager – und steckt voller Aroma!
Skrei in Senfsauce mit rotem Mangold

Zutaten: (für 4 Personen)
Für den Fisch: Olivenöl, 4 Stücke Skrei (Winterkabeljau), Salz, 1 EL kalte Butter, je 1 Zweig Rosmarin und Thymian, 1 Knoblauchzehe
Für den Mangold: 300g roter Mangold, 2 Schalotten, 1 Knoblauchzehe, 1 EL Olivenöl, 1 EL kalte Butter, Muskatnuss, Salz, Pfeffer
Für die Senfsauce: 2 EL Butter, 1 fein gewürfelte Schalotte, 2 fein gewürfelte Champignons, 2 EL Mehl, 0,25 l Sahne,  100 ml Riesling, 500 ml Geflügelfond (Gemüsebrühe), 1 EL Crème fraîche, 1 Spritzer Worcestershiresauce, Saft 1/2 Zitrone, 1 EL Dijon-Senf, 1 TL grobkörniger Senf, Salz
Zubereitung:
Gemüse: Mangoldblätter in grobe Stücke schneiden. Stiele, Schalotte und Knoblauchzehe in kleine Würfel schneiden und 5 Min. in Olivenöl andünsten. Dann Blätter
zugeben und Topf schließen, bis die Blätter zusammengefallen sind; in letzten 3 Min. ohne Deckel kalte Butter einrühren, mit Muskatnuss, Salz und Pfeffer abschmecken.
Senfsauce: Butter zerlassen, Schalotte glasig dünsten. Champignons darin anschwitzen, mit Mehl bestäuben, Sahne und Riesling einrühren. 10 Min. einkochen lassen. Fond zugeben, einkochen lassen. Dann Crème fraîche, Worcestershiresauce, Zitrone, Dijon-Senf und grobkörnigen Senf zugeben. Mit Salz abschmecken, warmstellen.
Fisch: Olivenöl erhitzen, Skrei salzen, mit der Hautseite nach unten bei geringer Hitze braten. Fast gar die kalte Butter, Rosmarin, Thymian und Knoblauch zugeben, Fisch wenden und mehrmals mit heißer Butter übergießen.

Der Wein:
Hochheimer Stielweg „Alte Reben“, 2017. Weingut Künstler. Die „Grande Dame“ der Rieslinge.