Hauspost 01/2020

Hauspost012020



Liebe Wein- Freundinnen und -Freunde

Auch in diesem Jahr werden wir bei der Gestaltung unseres Weinangebots wieder ständig in Bewegung bleiben. Dafür schaffen wir zunächst Platz und bieten Ihnen unsere „Fundstücke“ an: Wie jedes Jahr sind das tolle (Einzel-)Weine, die nach unserer Inventur das neue Sortiment verlassen, und die wir stark preisreduziert abgeben. In unserem Verkaufsraum sind sie nicht zu übersehen.

Unter unseren neuen Weinen und Partnern stellen wir Ihnen auf Seite Fünf zwei neue Winzer aus dem Remstal vor, die wir übrigens im April persönlich bei uns begrüßen werden: In unserer Reihe „Zeit für Winzer“ erinnern wir Sie in der nächsten Ausgabe unserer Hauspost noch einmal daran.

Am 28. März freuen wir uns auf Federica Zeni, die Sie vielleicht schon auf unserer letzten Hausmesse im November kennengelernt haben? Bei uns wird sie Ihnen neben den bewährten Weinen aus ihrem Weingut auch ihre ganz neuen vorstellen.

Und am Tag davor wird Federica Zeni Sie durch ein „Wine & Dine“ im Restaurant Japengo, gleich bei uns um die Ecke führen. Hier können Sie Federicas Weine vom Gardasee in Begleitung eines köstlichen Menüs als kulinarisches Gesamtkunstwerk erleben.

Doch nun wünschen wir Ihnen viel Vergnügen bei der Lektüre – natürlich auch mit unseren aktuellen Wein-Empfehlungen, die wir bis zur nächsten Hauspost für Sie zur Probe bei uns bereitstellen.

Ihr Team von Wein-Bauer


VERANSTALTUNGEN & INFOS

ZEIT FÜR WINZER: Cantina F.lli Zeni

Am Samstag, 28. März, von 11-15.30 Uhr
Die Geschwister Fausto, Elena und Federica sind umgeben von Wein und seiner Kultur aufgewachsen. Jetzt sind sie das Herz des Unternehmens und führen gemeinsam die Firmenphilosophie ihres Vaters überaus erfolgreich weiter: „Der Wein wird nicht im Weinkeller, sondern im Weinberg gemacht.“ Nino Zeni war einer der ersten der Gegend, der Trauben aus den verschiedenen Lagen getrennt kelterte und damit den Qualitätsweinbau dort durchsetzte. In fünf der besten DOC-Lagen von Bardolino, Custoza, Lugana, Valpolicella bis Soave bepflanzen die Zenischthone Reben der Region.

Dieses regional breite Angebot renommierter Lagen ist ein Grund, dass Zenis Weine in angesehenen Restaurants weltweit geschätzt werden. Ein anderer Grund ist, dass sie regelmäßig eine Vielzahl an Preisen gewinnen, denn jeder dieser Lagenweine ist perfekt ausgearbeitet!
Das Weingut – übrigens ein lohnenswerter Besuch mit Weinmuseum! – liegt auf den vorderen Hügeln oberhalb von Bardolino am Gardasee. Ein weiterer Weinkeller befindet sich im Valpolicella in Fumane.

Wir freuen uns, dass Federica Zeni sich für uns Zeit nimmt, um einige Weine ihres Weinguts bei uns zu präsentieren. Neben den klassischen Veroneser „Hausweinen“ Lugana und Bianco di Custoza (intensiv-fruchtig ausgebaut!), stellt sie ihren hochwertigen Bardolino Rosso vor, ihren frischen Rosé Chiaretto vom Gardasee sowie den berühmten Amarone und den Ripasso aus dem Valpolicella. Und natürlich dürfen die Costalago-Cuvées in Weiß und Rot nicht fehlen. Den weißen Costalago und den roten Ripasso haben wir übrigens ganz neu bei uns aufgenommen.

Probe ist aus aktuellem Anlass abgesagt!


Wein & Menü außer Haus

„Wine & Dine“ im Restaurant Japengo mit Menü und Weinen vom Gardasee und aus der Provinz Verona. Am Freitag, 27. März. Beginn: 19 Uhr

Von animierenden Weißweinspezialitäten bis zum verführerischen Amarone aus vorgetrockneten Beeren: Bei diesem „Wine & Dine“ erleben Sie kulinarische Köstlichkeiten aus der kreativen Japengo-Küche, begleitet von großartigen Weinen, die von Federica Zeni mit hinreißend italienischem Charme und viel Humor persönlich vorgestellt werden. Das sollten Sie sich wirklich nicht entgehen lassen!

Probe ist aus aktuellem Anlass abgesagt!

"Fundstücke": stark reduziert

Mittlerweile ein Klassiker zu Jahresbeginn, immer kurz nach unserer Inventur: Bei uns im Hauptgang, an der Theke vorbei, drängen sich im Moment wieder mehrere Tische mit „Fundstücken“ zu deutlich reduzierten Preisen. Es lohnt sich bestimmt, einen Blick auf diese Weine zu richten. Zum Beispiel von Di Giovanna (Sizilien),  Herzog von Württemberg und Weingut Merkle (Württemberg), Bergdolt-Reif & Nett (Palz), Château Mauleon (Roussillon) u.v.m. – natürlich nur solange der Vorrat reicht.

Denn die Gründe für diese Auslistungen sind nie im Qualitätsverlust zu suchen. Oft sind es einfach die letzten Flaschen eines Jahrgangs, manchmal stecken auch ernsthafte Trennungsgedanken dahinter, das liegt jedoch am Vertrieb, nicht am Wein selbst.

Neue Weine aus Württemberg

Wir freuen uns über gleich zwei heimische Neuzugänge, beide aus dem Remstal: Das Weingut Knauß aus Weinstadt sowie das Weingut Escher aus Schwaikheim. Wie so oft, sind auch hier Generationswechsel voll im Gang, gewachsene Tradition und neue Ideen zeigen Ergebnisse, die uns begeistern.

Auf Andi Knauß sind wir bereits vor ein paar Jahren aufmerksam geworden. Anlass war eine gemeinsame Weinprobe im Gasthaus Linde in Affstätt (die es heute leider nicht mehr gibt). Es hat dann ein wenig gedauert, um den richtigen Moment zu erwischen und im Sortiment etwas Platz schaffen. Doch das Warten hat sich gelohnt: Die Weine von Andi Knauß sind authentisch, markant und ausdrucksstark. Seit 2018 ist dieses junge Weingut (in zweiter Generation) als Bio-Betrieb zertifiziert. Seine klassischen Guts- und Ortsweine, ob Riesling, Trollinger, Lemberger und der Rosé haben uns voll überzeugt. On Top noch ein Sauvignon sowie der Altenberg Lemberger als Einzellage von 27 Jahre alten Reben.

Mit Markus Escher kamen wir zunächst über seinen „Ginstr“ in Kontakt, den Stuttgarter Gin, mit dem er vor gut einem Jahr für Furore in der Szene sorgte und alle wichtigen internationalen Preise auf Anhieb abräumte (s. Hauspost 4/2019). Doch auch Eschers Weine haben ein beachtliches Niveau erreicht. Allen voran sein Zweigelt(!), mit dem das Weingut den Deutschen Rotweinpreis gewinnen konnte. Unter der hauseigenen Kategorie „Goldréserve“ gefielen uns besonders die  Cuvée „Meisterwerk“ aus Lemberger, Merlot und Cabernet Franc sowie ihr Grauburgunder „Goldréserve“. Neben den traditionellen Sorten Trollinger und Lemberger haben wir auch eine spannende, fruchtige Weißweincuvée mit dem sprechenden Namen „Erste Begegnung“ entdeckt.

Am Samstag, den 25. April, werden beide Jungwinzer übrigens gemeinsam bei uns im Laden sein und Ihnen einige ihrer Weine vorstellen. Im Rahmen unserer Reihe „Zeit für Winzer“ laden wir Sie in unserer nächsten Hauspost nochmals dazu ein. Doch bitte schon jetzt unbedingt vormerken – es lohnt sich!



UNSERE WEIN-EMPFEHLUNGEN: Weiß

1 WÜRTTEMBERG: Der Frühlingswein

Erste Begegnung Weißweincuvée Gutswein, 2019. Weingut Escher, Schwaikheim

Handlese, schonende Pressung, kühle Spontangärung im Edelstahltank und kurzes Feinhefelager: Schon die Weine in ihrem Einstiegssegment „Gutsweine“ sind handwerklich aufwendig gemacht und von sehr hohem Niveau! Dieser Weißwein ist eine spannende, fruchtige Cuvée aus Müller-Thurgau, Kerner und, sehr selten: Schönburger, einer Geisenheimer Züchtung, die etwas Pinot Noir in sich trägt und für einen floralen Muskatton sorgt. Insgesamt ein schwungvoll fruchtiger Wein, der richtig Lust auf Mehr macht, vor allem jetzt, wenn die Tage wieder länger werden. Am besten mit guten Freunden oder beim ersten Date …

2 FRANKREICH: so südfranzösisch

Costières de Nîmes Blanc AOP, 2018 Domaine de Poulvarel, Sernhac/Languedoc

Aus Grenache Blanc, Roussane und Viognier gekeltert. In der Nase feine Aromen von kandierter Zitrone, auch ein Hauch Honig taucht auf. Am Gaumen ist er samtig und weich, die Säure ist dezent. Ein Wein, der durchs Flaschenlager noch an Komplexität gewinnt, der also nicht ausschließlich von den sogenannten „Primäraromen“ geprägt ist – und der 18er macht uns gerade jetzt viel Freude! Faszinierende Weißwein-Stilistik, wie sie in Südfrankreich leider viel zu selten noch so klassisch gepflegt wird wie bei Poulvarel.

3 ITALIEN: Top-Wein aus dem Piemont

 Gavi DOCG, 2018 Fratelli Serio & Battista Borgogno, Barolo/Piemont

Der Gavi zeigt eine intensive strohgelbe Farbe, ist an der Nase ausgeprägt fruchtig mit klaren Noten frischer Früchte und wilder Blumen. Im Geschmack trocken, schön rund durch die gute Balance von Alkohol und Säure. Gavi ist einer der beliebtesten Weißweine in Italien und wird aus der Traubensorte Cortese gekeltert, die vor allem hier, im Piemont angebaut wird. Die Fratelli Borgogno sind natürlich berühmt für ihre großen Barolos, doch auch Gavi, Dolcetto oder Nebbiolo beherrschen sie mit einer Perfektion, die man auf keinen Fall übersehen sollte! Und genau deshalb ist er unser Top-Weißwein in dieser Hauspost. Einfach ganz große Klasse!



UNSERE WEIN-EMPFEHLUNGEN: Rosé

4 ITALIEN: Lebendig-fruchtiger Rosé

Cabernet Franc Friuli DOC, 2017 Villa Vitas, Strassoldo/Friaul

In den höhergelegenen Weinbergen im Südwesten des Gardasees, den „Vigne Alte“, reifen die roten Traubensorten Corvina, Molinara und Rondinella besonders prächtig. Sie werden hell gekeltert und als „Chiaretto“ (chiara = klar) mit nur kurzem Schalenkontakt beim Maischen ausgebaut. So entsteht ein Rosé von einer lebendiger Saftigkeit, die man einem trocken ausgebauten Wein niemals zutrauen würde; ein richtig schöner, frischer, angenehm fruchtbetonter Rosé, der mit einer Vielzahl an sommerlichen Blütenaromen und roten Früchten (Himbeeren und Erdbeeren) aufwartet. 



UNSERE WEIN-EMPFEHLUNGEN: Rot

5 FRANKREICH: Fülliger Bio-Wein

Corbières AOP, Héritage Montmija, 2018 Claude Vialade, Lézignan. BIO

Diese Cuvée ist eine Auslese aus Syrah-, Grenache- und Carignan-Trauben. Der Wein duftet herrlich nach roten Früchten wie Brombeere und Kirsche, ist reich  an würzigen Geschmacksnoten, dabei konzentriert, klar in der Frucht und von beachtlicher Länge. Das Weingut Montmija, gelegen zwischen Narbonne und Carcassonne, wird von Familie Vialade seit den 1960er-Jahren komplett organisch-biologisch bewirtschaftet – lange bevor das in Europa ein Begriff  war. Heute unterstützt Claude Vialade viele Betriebe der Region bei der Umstellung auf Bio-Weinbau.

6 SPANIEN: Wuchtiger Tempranillo!

Peña Tajada Crianza Toro DO, 2014 Bodegas Valpiculata, Venialbo/ Castilla y León

Ein reinsortiger Tempranillo, ausgebaut im kleinen Holzfass. Ungeheures Bukett von Brombeeren, Kirschen und Holunder, dazu etwas Kakao, Rauch und Kräuter. Am Gaumen spielt der Wein seine Kraft weiter mit viel Frucht aus, sehr würzig und mineralisch. Im Finale lang anhaltend mit seidigster Textur. Der junge Önologe Juan Pablo Peñalba, dessen Familie seit vielen Jahren Weinbau in der Ribera del Duero betreibt, erwarb die verlassene Bodega 1999. Hier erzeugt er große Rotweine von teilweise bis zu 150 Jahre alten Reben. Seine Barriques aus französischer Eiche stammen aus der familieneigenen Küferei. Ein Juwel in unserem Spanien-Sortiment!



7 WÜRTTEMBERG: Jetzt auf dem Punkt

Contur Rotweincuvée Qualitätswein trocken, 2016. Weingut Dr. Baumann, Obersulm

Kräftige Rotwein-Cuvée: Lemberger und Cabernet Mitos aus dem sehr guten Jahrgang 2016. Ausgebaut in Holzfässern unterschiedlicher Größe, über 20 Monate auf der Feinhefe liegend, mit anschließender längerer Flaschenreife. Und genau jetzt ist der richtige Zeitpunkt, um Tanja Baumanns 16er auf seinem Höhepunkt zu genießen: Sie erleben eine Fülle von dunkelbeerigen Aromen (Brombeere und schwarze Johannisbeere) zusammen mit etwas Vanille und ganz feinem Säurespiel. Wir sind begeistert von diesem Wein!

8 ITALIEN: Bio auf allerhöchstem Niveau

Réserve del Conte Dolomiti Rosso IGT, 2017 Weingut Manincor, Kaltern/Südtirol

Lagrein, Merlot und Cabernet für diese Cuvée wachsen auf Weinbergslagen, die zu den wärmsten in Südtirol zählen und als ideal für große Rotweine gelten. Die Sorten werden zunächst getrennt vinifiziert, und erst nach der Assemblage erfolgt der Ausbau über 12 Monate im gebrauchten Barriquefass. Im Bukett intensive Beerenfrucht, feine Würze von weißem Pfeffer und Lakritze. Am Gaumen viel fruchtige Frische, begleitet von beeindruckender Finesse. Graf Michael Goëss-Enzenberg gilt als südtiroler Vorreiter für Qualität im biodynamischen Weinbau. Seine neu errichtete Kellerei ist das Vorzeigeobjekt für Bio-Weinbau auf höchstem Niveau mit allen Voraussetzungen für qualitätsbewusste Verarbeitung.

 

UNSERER HAUSPOST-REZEPT

Wenn doch immer Fastenzeit wäre! Nämlich so: Fischcurry mit Gemüsestreifen und Kokosmilch – dazu einen Spitzenriesling aus der Moseler Monopollage Josephshöfer!

Zutaten: (für 4 Personen)
800g Dorsch- & Rotbarschfilet (gemischt), 1 Stange Zitronengras, 200g Lauch, 3 mittelgroße Möhren, 1TL Salz, 1TL frisch geriebener Ingwer, 1EL Olivenöl, 2TL Garam Masala (indische Fertiggewürzmischung), 1 Dose Kokosmilch (ca. 400 ml), 2cl Lillet Apéritif, 1TL Curry, Pfeffer, etwas Meersalz, frisch gepresster Saft einer Limette


Zubereitung:
Zitronengras mit dem Messergriff leicht klopfen, damit sich das Aroma beim Kochen besser entfalten kann. Lauch in 5 mm dünne Scheiben sowie Möhren in Stifte schneiden und in schwach gesalzenem Wasser kurz aufwellen lassen. Abschütten und sofort eiskalt abschrecken. Ingwer, Garam Masala und Zitronengras ca. 2 Min. in Olivenöl anschwitzen. Dann Kokosmilch und Lillet zugießen und ca. 5 Min. köcheln lassen. Grob geschnittene Fischstücke mit Curry bestäuben, ganz leicht pfeffern und in den Sud geben. Ca. 5 Min. zugedeckt garen. Lauch und Sellerie zugeben und weitere 2 Min. garen. Mit Meersalz leicht salzen und den Limettensaft unterheben.

Als Beilage empfehlen wir Orangen-Nudeln: 300g feine italienische Nudeln in Salzwasser kochen, abseihen, kalt abspülen und gut abtropfen lassen. 2 reife aromatische Bio-Apfelsinen auspressen. In einer Pfanne ca. 20g Butter leicht anbräunen, mit Orangensaft ablöschen, 5 Safranfäden dazugeben. Nach kurzem Einkochen des Sudes die Nudeln zugeben und gut durchschwenken; leicht salzen. Garnieren Sie die Nudeln mit einem Basilikumblatt und etwas Abrieb von der Orangenschale.


Der Wein:
Josephshöfer Riesling feinherb Kabinett, VDP.GROSSE LAGE, Mosel, 2018. Reichsgraf von Kesselstatt