Hauspost 03 / 2022

Hauspost 03 2022

 

Liebe Wein- Freundinnen und -Freunde

In unserer letzten Hauspost legten wir den Schwerpunkt auf „Sommerweine“ und stellten Ihnen eine umfangreichere Auswahl an klasse Roséweinen vor, die bei Ihnen wirklich gut ankamen. Vielen Dank dafür! Auch mit den Rosé- und Weißweinen in dieser Ausgabe sind Sie gut für heiße Hochsommertage beraten, wie wir finden, und in den Herbst hinein lassen sie sich wunderbar mitnehmen. Einen ähnlich stimmigen Übergang schaffen unsere Rotweine, etwas leichter, würzig und elegant, vor allem aus dem nördlichen Teil Italiens, dazu ein tiefroter Wein aus dem Beaujolais von unserem Lieblingswinzer dieser Region. Alle sind natürlich ab sofort bei uns zu probieren …
Pünktlich zu Herbstbeginn am 23. September startet eine neue Ausgabe unserer „Zeit für Winzer“: Im Rahmen einer profunden Weinverkostung in unseren Räumen erleben Sie die (neue) Vielfalt des portugiesischen Weinbaus – und warum er zurecht immer mehr Aufmerksamkeit erfährt.
Im Oktober folgt einer unserer Klassiker unter den Abendveranstaltungen, unsere Große Champagnerprobe mit Menü-Begleitung, zauberhaft präsentiert und kompetent kommentiert von Natalie Lumpp, langlähriger Freundin unseres Hauses und angesehene deutsche Sommelière.

Jetzt wünschen wir Ihnen wieder viel Spaß bei der Lektüre unserer neuen Hauspost und freuen uns darauf, wenn wir Sie bei uns im Laden begrüßen dürfen!

Ihr gesamtes Wein-Bauer-Team

 

VERANSTALTUNGEN & INFOS

ZEIT FÜR WINZER: Portugal

Am Freitag, den 23.9., von 15-18 Uhr, und Samstag, den 24.9., von 11-15.30 Uhr, begrüßen wir Filipa Dambacher-Baiona bei uns.

Kaum jemand sonst im deutschsprachigen Raum versteht es besser als Filipa, ihr umfangreiches Wissen um die Vielfalt des portugiesischen Weinbaus weiterzugeben. Seit etwa 25 Jahren macht sie es sich zur Aufgabe, die Weine ihres Landes auch hier bekannter zu machen. Warum sie mittlerweile auch hierzulande endlich ganz oben in die Sortimente aufgerückt sind, das kann Ihnen Filipa genau erklären. Dazu präsentiert sie Ihnen einen reichhaltigen Querschnitt an Weinen und Spezialitäten aus Portugal. Besonders angetan waren wir zum Beispiel von den Weinen der Quinta do Crasto aus dem Weinbaugebiet Douro. Doch noch einige weitere Neuentdeckungen aus dem facettenreichen portugiesischen Qualitätsweinbau warten auf Sie (siehe Weinregion Portugal). Die endgültige Auswahl treffen wir mit Filipa noch, unser Endergebnis stellen wir an zwei Tagen vor. Eines ist sicher: Es werden großartige Entdeckungen auf Sie warten. Wir freuen uns schon auf Ihren Besuch!

 

Weinregion Portugal

Einen kleinen Blick darauf, was portugiesischer Weinbau bietet, konnten wir Ihnen bisher mit zwei ausgezeichneten portugiesischen Weingütern in unserem Sortiment geben – beide übrigens sehr beliebt bei Ihnen! Auch ein Grund, diesen Blick nun zu vertiefen. Es lohnt sich nämlich: denn immerhin zählt dieses kleine Land zu den zehn größten Weinproduzenten und -Exporteuren der Welt. Bekannteste Weinregionen sind Douro, Porto und Alentejo; im Gebiet Vinho Verde wird der gleichnamige „grüne Wein“ als spritziger, leichter Sommerwein produziert, Dão und Bairrada in Zentralportugal stehen dagegen für komplexe Rotweine mit Lagerpotenzial.
Portugal besitzt 26 Anbaugebiete mit DOC-Status, über 40 Qualitätswein-Anbaugebiete und zudem annähernd 400 autochthone (einheimische) Rebsorten – ein Schatz, der weltweit einzigartig ist. Schieferböden prägen die steilen Terrassen des Unesco-Weltkulturerbes Douro, Granit am Dão, kalkhaltige Lehmböden im Bairrada-Gebiet, sandige bei Colares: ein riesen Potenzial für verschiedenste Stilistiken. Gleiches gilt für die klimatischen Bedingungen, von „brütend heiß“ im Landesinneren bis zum frischen Atlantikklima: all dies macht die Bandbreite portugiesischer Weine nahezu unerschöpflich – und in allen Regionen ist zudem eine Winzergeneration herangewachsen, die es versteht, ihre Weine exzellent auszuarbeiten …

 

VERANSTALTUNG: Champagner!

„Große Champagner“ – vorgestellt von Natalie Lumpp: am Freitag, 14. Oktober, um 19.30 Uhr, bei uns im Haus.

„Menschen, die nicht genießen können, sind ungenießbar.“ Dieser Wahlspruch Natalie Lumpps erklärt, bei genauem Leseverständnis, was sie zu einer der beliebtesten Sommelièren Deutschlands macht: nämlich dass Genuss Grundlage all ihren Könnens ist, und folglich auch bester Weg, Wein rüber zu bringen. Genau das macht sie zur langjährigen Freundin unseres Hauses. Damit gibt sie auch den Rahmen für unseren Genuss-Abend vor:
Begleitet von einem exquisiten Menü wird Ihnen Natalie Lumpp, ausgezeichnete Expertin auch für Champagner, einige großartige darunter vorstellen. Sie wird uns zeigen, warum es sich bei Champagner immer lohnt, Genuss voll auszukosten – getreu einem weiteren Sprichwort, diesmal aus Frankreich: „Wenn wir lieben, dann kalkulieren wir nicht!“
So umfasst unsere Auswahl jeweils eine klassische und eine Prestige-Cuvée, das Spitzenprodukt jedes Champagnerhauses. Unsere Partnerbetriebe in der Champagne sind alle vier Familienbetriebe und weitgehend versorgungsautark – beides eine Seltenheit in der Champagne –, und verfügen zum Teil über exklusivste Spitzenlagen: Champagne Bollinger aus Ay, Champagne Drappier aus Urville, Champagne Louis Déhu aus Venteuil sowie Veuve Fourny & Fils aus Vertus. Wir sind sicher, das wird ein vergnüglicher und hochspannender Abend werden.

Anmeldung erforderlich.
Preis: € 135,– pro Person (inkl. Menü)

Da die Anzahl der Plätze für diese Veranstaltung begrenzt ist, vergeben wir sie in der Reihenfolge der Anmeldungen bei uns. Bitte haben Sie dafür Verständnis, dass eine Stornierung und Rückerstattung bereits bezahlter Teilnahmegebühren nur bis 7 Tage vor Veranstaltungsbeginn berücksichtigt werden kann. Danach ist eine Rückerstattung nicht mehr möglich. 

Probe ausgebucht!

 

UNSERE WEIN-EMPFEHLUNGEN: Weiß

1 ÖSTERREICH: Ab hier: Kunst!

Grüner Veltliner „Vom Haus“, 2021 Weingut Roman Pfaffl, Stetten (Weinviertel)

Ausgezeichnet mit den wichtigsten Preisen der weltweiten Weinszene, bereichern die Weine der Familie Pfaffl seit über 20 Jahren unser Sortiment. Schon der Einstiegswein „Vom Haus“ bietet zum günstigen Preis das an, was in der Reihe der großen Veltliner aus besten Lagen des Hauses weitergeführt wird. Strahlend klarer Wein, gelb-grünliche Reflexe, schöne Würze schon in der Nase, knackiger Apfel. Am Gaumen sehr fruchtig umrahmt vom den klassischen Pfeffer-, Zitrus- und Kräuternoten. Eleganter Abgang, der zum nächsten Glaserl unbedingt einlädt …

Grüner Veltliner „Vom Haus“, 2021 Weingut Roman Pfaffl, Stetten (Weinviertel)


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RHEINGAU: Lebhafter Terroirwein

Purist Riesling, Oestricher Doosberg trocken, 2020 Weingut Eser, Oestrich-Winkel

Doosberg ist eine der herausragenden Rheingau-Rieslinglagen mit tiefgründigem Lößboden, der kraftvolle, gut strukturierte Weine hervorbringt – ideal für einen „Terroirwein“ wie den Riesling.
Duftet kraftvoll würzig bis fruchtig, am Gaumen mit lebhaftem Spiel von feiner Süße und eleganter Säure: so macht „trocken“ Spaß! Insgesamt sehr harmonisch ist er noch dazu, denn er lag lang auf der Hefe.

Purist Riesling, Oestricher Doosberg trocken, 2020 Weingut Eser, Oestrich-Winkel


3
WÜRTTEMBERG: Genuss-Trilogie

Prolog Weißwein-Cuvée trocken, Qualitätswein, 2019 Weingut Dr. Baumann, Obersulm

Im Sommer 2020 dazugekommen – und von 0 auf Platz 1 in unsere Rosé-Hitparade eingestiegen! Wunderschön lachsfarben; impulsive Aromen frischer Süßkirschen und Himbeeren mit einem Hauch von Orangen. Am Gaumen klare, feine Griffigkeit mit sympathisch weicher Textur. Und die unaufdringliche Säurefrische macht Lust auf den nächsten Schluck.
Ein exzellenter Begleiter zum Spargel (wie alle unsere Rosés, natürlich!) und zu jeder Grillparty. Aus Spätburgunder, Lemberger, Zweigelt und Merlot gekeltert. Ob klassische Guts- und Ortsweine, von der Basis bis zum Lagenwein hat uns Knauß überall überzeugt!

Prolog Weißwein-Cuvée trocken, Qualitätswein, 2019 Weingut Dr. Baumann, Obersulm

4 GARDASEE: Intensiv fruchtig

Eretico Benaco Bresciano Bianco IGT Citari, Desenzano del Garda (Italien)

Das Familienweingut Citari baut seine Weine auf den begehrtesten Gardasee-Lagen an: Die Trebbiano-Trauben für diesen Wein wachsen auf Südhanglage im milden Klima des südlichen Gardaseeufers. Eigentlich galt Trebbiano lange nur als Verschnittwein. Dass diese Sorte selbst klasse Weine hervorbringt, zeigen die Getullis hier eindrucksvoll. Indem sie ihn sieben Monate auf der Feinhefe lagern, gewinnt ihr Wein ein elegantes Bukett, reift intensiv und komplex heran, mit Noten von Zitrus, Pfirsich, Aprikose. Und der fruchtige Abgang nimmt gekonnt eine mineralischen Wendung, bleibt lange am Gaumen.

Eretico Benaco Bresciano Bianco IGT Citari, Desenzano del Garda (Italien)


UNSERE WEIN-EMPFEHLUNGEN: Rosé

1 LANGUEDOC: Der Typ

Rosé Costières de Nîmes AOP, 2021 Domaine de Poulvarel, Sernhac (Frankreich)

Unser Rosé von der Pont du Gard erinnert bis in den Herbst an vielleicht jüngst vergangene Südfrankreich-Urlaube, denn mit dieser Frucht, Kraft und Eleganz schmeckt er richtig schön südfranzösisch. Trocken zwar, doch die säuerlich, sondern mit großer Fülle und nachhaltiger Fruchtigkeit, die schön mineralisch am Gaumen bleibt. Typisch sein Saignée-Verfahren: Abzug der Rotwein-Maische vor der Gärung, ohne Pressung; aus 95% Grenache und 5% Mourvèdre.

Rosé Costières de Nîmes AOP, 2021 Domaine de Poulvarel, Sernhac (Frankreich)

 

2 RHEINHESSEN: Springlebendig

Rosé Gutswein trocken, 2021 Ökonomierat Johann Geil Erben, Bechtheim

„Endlich ein Rosé von Geil!“ Vor gut einem Jahr bejubelten wir diesen vorzüglicher Rosé-Gutswein aus Merlot, Saint Laurent und Spätburgunder. 15 Jahre hat es gedauert, bis wir die Familie überzeugt hatten, aus ihren Top-Lagen endlich einen Rosé zu keltern. Üppig, wie aus einem Füllhorn strömen reife Beerenaromen aus dem Glas und legen sich trocken, zart, mit dennoch saftiger Frucht an den Gaumen. Die mineralische Säure belebt, und eine feine Kräuterwürze sorgt für den nachhaltigen Wohlgeschmack. Klasse!

Rosé Gutswein trocken, 2021 Ökonomierat Johann Geil Erben, Bechtheim

 

3 WÜRTTEMBERG: Spaß mit Klasse

Rosé trocken, 2021 Weingut Beurer, Kernen-Stetten

Der Saft von Trollinger, Portugieser, Spätburgunder und blauem Zweigelt wird, wie bei unserem Rosé aus dem Languedoc, im Saignée-Verfahren abgepresst: hellrosa, mit frischem Bukett und entspannt
feingliedriger Säure. Ein Wein, der Spaß macht! Bodenständig, trotzdem innovativ: Jochen Beurer gehört der Winzergruppe „Junges Schwaben” an; die bewegen einiges! 1997 tritt Beurer mit seinem Weingut aus der Genossenschaft aus, in dem sein Vater Vorstand ist: „Wir wollten unbedingt mit Spaß am Wein die Qualität deutlich steigern.“ Heute bewirtschaftet er mit größter handwerklicher Versiertheit seine Weinberge streng ökologisch, sogar nach Demeter-Richtlinien – und er wird gefeiert: „Weingut des Jahres – Beste Weißweinkollektion“ (Eichelmann, 2015). Nur eine der zahlreichen Auszeichnungen. Und Roséwein kann er genauso gut. Probieren!

 

4 BADEN: Einmalig und für immer

Rosé** Gutswein trocken, 2021 Weingut Alexander Laible, Durbach

Laibles Rosé ist ein verlässlicher Ganzjahres-Rosé. Klingt jetzt erstmal wenig entschieden. Doch ob Sie ihn schon kennen oder nicht: probieren Sie ihn, egal zu welcher Jahreszeit! Dieser himbeerrote Rosé hat die mineralische Sommerfrische genauso wie die druckvolle Saftigkeit der Spätburgundertrauben, die weit über den Herbst hinaus großes Trinkvergnügen anbietet. Duftet nach Wildkirsche, Wald- und Johannisbeeren, liegt kraftvoll am Gaumen.
„Mister White Wine“: Vom gefeierten „Newcomer“ bis zu den Auszeichnungen für die „besten Weißweine der Welt“ der AWC Vienna, der weltweit wichtigsten Weinbewertung, begleiten uns Laibles Weine seit über zehn Jahren, und immer sind sie auf Top-Niveau. Wir haben über zehn seiner Weine im Programm, darunter diesen klasse Rosé, seinen einzigen.


UNSERE WEIN-EMPFEHLUNGEN: Rot

1 SÜDTIROL: Lageders Dankeschön

Riff Merlot Cabernet Rosso, Trevenezie IGT, 2021 Progetto Lageder, Margreid (Italien)

Fein, leicht und würzig-ausgewogen, mit saftigen Noten von Kirsche, Cassis und Lakritze: Ein lebendig frischer Sommer- oder Herbstrotwein mit hauchzarten Tanninen.
Lageder baut für diesen Wein Cabernet Sauvignon und Merlot nur im Stahltank aus, kein Holzton oder Fassreife sollen ablenken, worauf Lageder bei seinen Riff-Weinen schon im Namen den Fokus legt: Die Trauben wachsen in Weinbergen an den Hängen der Dolomiten, den uralten Riffen aus Kalkstein und Dolomit. Nur Geologie und Klima dieser einzigartigen Gebirgslandschaft sollen den Charakter und Stil dieser Weine prägen. Tolle Idee, die sich tatsächlich in diesem Wein schön nachschmecken lässt.

Übrigens: Mit dem Cantina Riff-Projekt hat Lageder, der mit seinen Weinen einst den Südtiroler Weinbau weltweit ins Interesse rückte, seiner Heimat in den Dolomiten ein Dankeschön ausgesprochen. Dafür arbeitet er mit kleinen, ausgewählten Weingütern im Nordosten des Landes, rund um die Dolomiten im Gebiet der „Tre Venezie“ zusammen. Die Winzer bauen unter Maßgabe von Lageder ihre Trauben an und keltern sie an ihrem Ursprungsort. Nach Selektion der Grundweine werden sie im Keller des Weingutes Alois Lageder in Margreid assembliert, ausgebaut und abgefüllt.

 

2 TRENTINO: Im Spätsommer

Lezèr Vigneti delle Dolomiti Rosso IGT, 2020 Azienda Foradori, Mezzolombardo (Italien) (Bio)

Keine zwanzig Kilometer weiter finden wir, neben Lageder, die weitere Hauptfigur, die den Weinbau in den Dolomiten maßgeblich prägt. Auch Elisabetta Foradoris Antwort auf die Massenproduktion der 60er-Jahre waren Experimente mit lokalen Rebsorten, ein konsequenter Qualitätsweinbau ohne Einsatz synthetischer Chemikalien und viel Handarbeit. Sie gilt als „Königin des Teroldego“ – 80 Prozent ihrer Rebflächen sind mit dieser autochthonen Rebsorte bestückt.
Ihr leichter Sommer-Teroldego ist relativ neu, sie experimentierte mit kurzen Mazerationsprozessen und Chargentests an Amphoren, Holz, Zement und Stahl, fügt, je nach Jahrgang, weitere Sorten dazu und lässt die Trauben nie länger als 24 Stunden auf der Schale liegen. Experiment gelungen: wenig Tannin, beerig, saftig, rund und lange am Gaumen. Toller (Spät-)Sommerrotwein; leicht gekühlt genießen.


3
 ABRUZZEN: Der Echte

Il Grande Silenzio, Montepulciano d‘Abruzzo, Colline Teramane DOCG, 2019. Fosso Corno (Italien)

Hier wird schnell deutlich, warum die Gemeinden der Coline Teramane als erste die höchste DOCG-Klassifizierung für die Rebsorte Montepulciano d’Abruzzo erhielten. Der „Il Grande“ ist so ein charaktervoller, warmer, runder, samtiger Wein mit viel Körper: 100 Prozent selektierte Montepulciano-Trauben; reinsortig macht man das nur hier – kann man das nur hier. Nach der Gärung reift der Wein zwölf Monate lang in 500 Liter großen Eichenholzfässern und weitere zwei bis drei Monate in der Flasche. Intensiv rubinrot, reich und samtweich am Gaumen, dazu schöne reife Pflaumennoten mit ein wenig Lakritze im Hintergrund.

Nicht verwechseln: Ein „Nobile di Montepulciano“ trägt den Namen seiner toskanischen Heimatstadt, gekeltert vor allem aus Sangiovese (Prugnolo gentile).

 

 

4 BEAUJOLAIS: Tief burgundisch

Elle & Lui Rouge, 2018 Domaine des Nugues, Lancie (Frankreich)

Gekeltert aus 86% Syrah („Elle”: Sie) und 14% Gamay („Lui”: Er). Eine traditionell aufwändige Cuvée in tiefdunklem Rot. Blumig, würzig, sehr reich, sowohl im Duft, als auch am Gaumen, mit fein und präzise abgestimmtem Abgang. Ein Genusswein, unbestreitbar, den Sie jederzeit mit guten Freunden teilen können. Hervorragend übrigens zu gegrilltem Rindfleisch, Entenbrust oder Coq au Vin.
Gilles Gelins kleines Familienweingut gehört zur absoluten Spitze im Beaujolais. Die Domäne liegt im feinen nördlichen Teil, umgeben von Fleurie, Moulin-à-Vent und Morgon. Gelins Weinberge zählen zu den besten der Region mit sehr alten, bis zu 100-jährigen Reben – und kaum jemand versteht sich besser auf den Ausbau der Gamay-Trauben als er. Dass der Ruf des Beaujolais, der vor Jahren tief im Keller war, jetzt besser ist denn je, das ist auch Gilles Gelin zu verdanken. Das sind eben nicht „nur Beaujolais‘“, sondern Weine von burgundischer Eleganz, Struktur und mit große Lagerfähigkeit.


 

 

UNSER HAUSPOST-REZEPT

Natalie Lumpp steuert auch diesmal ein Rezept für uns bei, fruchtig, frisch, exotisch – perfekt mit einer Spätlesedazu: Gegrillte Kalbsmedaillons an Currysoße

Zutaten: (für 4 Personen)
1 TL grüner Pfeffer, 1 TL schwarze Pfefferkörner, 1 TL Szechuanpfeffer, 4 EL Öl, 4 Kalbsmedaillons (je 120 g), Salz

Für die Soße: 1 Apfel, 15g lngwerwurzel, 1 Schalotte, 30g Butterschmalz, 1-2 EL mildes Currypulver, 200 ml Geflügelfond (Glas), 200 ml ungesüßte Kokosmilch, 80g geeiste Butter, Limettensaft, brauner Zucker, Salz, gemahlener weißer Pfeffer

Zubereitung:
Alle Pfeffer grob zerstoßen, mit 2 EL Öl verrühren, die Medaillons damit bestreichen. Abgedeckt beiseitestellen. Apfel und Schalotte schälen und fein würfeln, Ingwer fein reiben. Butterschmalz erhitzen. Schalotten- und Apfelwürfel darin unter Rühren bei mittlerer Hitze andünsten. Ingwer und Currypulver unterrühren und kurz mitdünsten. Mit Geflügelfond und Kokosmilch auffüllen, aufkochen und bei mittlerer Hitze offen 20 Min. kochen. In einer Grillpfanne Kalbsmedaillons in wenig Öl bei mittlerer Hitze auf jeder Seite 2 bis 3 Min. grillen. Medaillons danach 5 Min. in Alufolie außerhalb ruhen lassen.
Inzwischen die Soße pürieren, passieren, aufkochen lassen, sodann nach und nach Butter einschwenken. Die Soße mit einem Spritzer Limettensaft, etwas braunem Zucker, Salz und weißem Pfeffer pikant abschmecken. Medaillons aus der Folie nehmen, beidseitig salzen und mit der Currysoße anrichten. Als Beilage passen sehr gut Reis und Kirschtomaten.


Der Wein:
Scheurebe & Chenin Blanc, Spätlese trocken -SE-, 2020 Weingut Bercher, Kaiserstuhl (Baden): Himmlisch aromatische Cuvée, deren kräftige Frucht toll zur Würze passt.