Hauspost

Hauspost n° 2 April/Mai 2018

Liebe Wein-Freundinnen und -Freunde

Im April und Mai ist es endlich soweit, man holt sich den schönsten Spargel ins Haus und erneut geht die Suche los nach dem am besten dazu passenden Wein … Aus den beiden neuesten Jahrgängen haben wir Ihnen deshalb vier „Spargel-Weißweine“ ausgesucht sowie zwei Roséweine, die himmlisch gut passen. Generell gilt: Stark fruchtbetonte Weißweine mit viel Säure sollten Sie zum weißen Spargel vermeiden. Grüner Spargel ist weniger anspruchsvoll, hier können Sie sogar mal einen Roten ausprobieren. Natürlich haben wir zahlreiche weitere klasse Weine für Ihren Spargel im Programm; sprechen Sie uns einfach an, wir beraten Sie gerne! Zuletzt wollen wir Sie noch auf drei schöne Veranstaltungen aufmerksam machen, die wir für Sie vorbereitet haben.

Viel Spaß bei der Lektüre wünscht Ihr Wein-Bauer-Team 


Die Veranstaltungen

Zeit für Winzer – 1

Weingut Gold – unsere Neuentdeckung aus dem Remstal
Vor gut drei Monaten erst entdeckten wir dieses junge Weingut; Eichelmann, Falstaff et al. waren schon dabei, die ersten Jahrgänge des 2015 gegründeten Guts zu feiern. Keine zwanzig Kilometer östlich von Stuttgart – da hatte es unsere Neugier nicht weit … Auf nur 4,5 Hektar liegen Leon Golds Weinberge gut versteckt, idyllisch im Remstal. Auf seinen Traum vom eigenen Weingut hat sich Gold akribisch vorbereitet: Einer Ausbildung an der Staatlichen Lehr- und Versuchsanstalt Weinsberg folgten einige berufliche Stationen auf Weingütern, bis er bei Beurer in Stetten den biodynamischen Weinbau schätzen lernte: für ihn der einzige Weg, in jeder Phase des Qualitätsweinbaus respektvoll mit dem Naturund Kulturprodukt Wein zu arbeiten. Und gleichzeitig der Startschuss, seinen lang gehegten Kindheitstraum vom eigenen Weingut wahr zu machen.
Wir freuen uns sehr, dass Leon Gold Ihnen am Samstag, 5.Mai, von 11 bis 15.30 Uhr, einige seiner hervorragenden Weine bei uns präsentieren wird!


Zeit für Winzer – 2

Daniele Pelassa – Piemont pur!
Die Familie Pelassa steht seit drei Generationen für unverfälscht typische Weine aus dem Piemont: elegant ausgewogen im Körperreich im Aromenspektrum,  dabei sympathisch geradlinig, ohne großes Tamtam. Seit Mario Pelassa und Frau Maria Teresa ihr Weingut 1960 gründeten, ist man dieser Tradition im Haus Pelassa verpflichtet, auch heute, unter Führung der Söhne Daniele und Davide. Mit ihnen hat sich das zwölf Hektar große Weingut allmählich zu einer der wichtigsten Kellereien in dieser berühmten Weinbauregion entwickelt. Die vielen internationalen Auszeichnungen unterstreichen die höchste Qualität der Weine von Pelassa.
Wir freuen uns, dass Daniele Pelassa am Freitag, 18. Mai, von 15 bis 18.30 Uhr, und Samstag, 19. Mai, von 11 bis 15.30 Uhr bei uns zu Gast ist und Ihnen einige seiner Weine präsentieren wird!


Wein & Genuss außer Haus

„WINE & DINE“ mit der Azienda Daniele Pelassa: Am Freitag, 18. Mai, um 19 Uhr, im Restaurant Japengo in Tübingen
Erneut freuen wir uns auf eine Nachbarschafts-Kooperation von Wein-Bauer und dem Restaurant Japengo. Einmal über die Straße, von uns aus keine zwei Minuten zu Fuß, erwarten Sie Daniele Pelassa
und Küchenchef Stefan Plate mit seinem Team: Mit einem Fünf-Gänge-Menü wird das Piemont geehrt. Daniele Pelassa sucht dazu die korrespondierenden Weine aus seinem Weingut aus, die er mit zahlreichen interessanten Geschichten rund um die Weine und sein Weingut kommentieren wird. Freuen Sie sich mit uns auf einen großartigen gemeinsamen Abend: Wo sonst kann Italien besser gefeiert werden als an diesem Abend hier in Tübingen?

Bitte richten Sie Ihre Reservierungen direkt an das Restaurant Japengo. Dort erfahren Sie ebenso den Teilnahmepreis, der bei Redaktionsschluss noch nicht bekannt war: Silke Plate, Restaurant Japengo, Schaffhausenstr.113, 72072 Tübingen, Tel. 07071/368806


Die Weine: Weiß

Unsere Weine des Monats – 1

RHEINHESSEN: Persönlichkeit & Charakter
Silvaner Classic, Qualitätswein, 2017 Weingut Russbach, Eppelsheim
Die mineralreichen Böden mit ihrem hohen Kalkgehalt sorgen dafür, dass Bernd Russbachs Silvaner genauso ist, wie man sich einen Silvaner präziser und köstlicher kaum denken kann: frisch, spritzig, mit lebendiger, doch dezenter Säure und mit wunderbar ausgewogenen Fruchtextrakten. Eppelsheim ist eine der ganz alten, gewachsenen Weinbaugemeinden Rheinhessens – und auch dank Russbach werden von hier aus Standards gesetzt. Für ihn sind seine Weine „Persönlichkeiten“, die er mit größter Sorgfalt naturnah und mit hohem Aufwand schonend behandelt, um ihren Geschmack bestmöglich entfalten zu lassen. Russbachs Weine genießen zu Recht einen hervorragenden Ruf!


Unsere Weine des Monats – 2

Baden: Großartiges Terroir!
Burkheimer Grauburgunder, VDP-Ortswein, 2016. VDP-Weingut Bercher, Kaiserstuhl
300 Jahre Tradition aus den besten Lagen des Kaiserstuhls: Dieser Grauburgunder wird im großen Holzfass herrlich mit leichten Röstaromen ausgebaut; dezente Noten von getrockneten Kräutern, Brennnessel und Cassis mit ausgeprägter Mineralität finden sich, Birne und Quitte kommen dazu. Im Abgang etwas Zitrus und leichte Salzigkeit. Toll zu Spargelgerichten in Kombination mit buttriger Hollandaise!


Unsere Weine des Monats – 3

ITALIEN: Anregend-verspielter Weißwein
Roero Arneis DOCG „San Vito“, 2017 Daniele Pelassa, Montà d‘Alba/Piemont
Aus 100% Arneis („Barolo bianco“). Diese alte Rebsorte wird in Italien nur hier, im Piemont angebaut, und nur der Roero Arneis hat DOCG-Status. Schon im Duft macht Pelassa die charmanten, fruchtig-floralen Noten der Sorte deutlich. Am Gaumen ist der strohgelbe Wein dann saftig, prägnant und frisch mit mineralischer Säure. Etwas exotische Passionsfrucht zeigt sich außerdem, doch alles ist schlank gehalten und in feinster Harmonie abgestimmt. Ein anregend-verspielter Wein – und eine lohnende Bereicherung unter den Weißweinen Italiens!


Unsere Weine des Monats – 4

WÜRTTEMBERG: Der Traditionsreiche
Winterbacher Weißburgunder, Ortswein trocken, 2017. Weingut Jürgen Ellwanger, Winterbach im Remstal
Nicht einmal zehn Kilometer entfernt von Leon Golds Weingut liegt das VDP-Weingut Ellwanger, eines der berühmtesten im Remstal und weit darüber hinaus. Zweigelt, Lemberger und Riesling räumen seit Jahren alle erdenklichen Preise und Auszeichnungen ab. Auch dieser Weißburgunder ist typisch Ellwanger: Trauben von besten Lagen, stark ertragsreduziert geerntet und schonend verarbeitet, sodass der Weißburgunder sich voll präsentiert: seinen lebhaften Duft, jugendlich-charmanten Schmelz mit filigraner mineralischer, weicher Säure. Duftet nach reifen Birnen, Quitte und Mandeln. Am Gaumen gute Extrakte und angenehm frisch. Klasse Spargelwein!


Die Weine: Rosé

Unsere Weine des Monats – 5

WÜRTTEMBERG: „Der Sportwagen“ (Beurer)
Rosé trocken, VDP-Gutswein, 2016/17 Weingut Beurer, Kernen-Stetten/Remstal
Auch dieser (Spargel-)Wein, den wir für Sie in unserer Hauspost ausgesucht haben, kommt aus dem Remstal, hier ist die Dichte der württemberger Qualitätswinzer besonders hoch: Eichelmann wählte Beurer 2015 zum „Weingut des Jahres“ und auch der Gault Millau schwärmt: „Jochen Beurer erzeugt kompromisslose Weine mit Ecken und Kanten und bekennt sich mehr und mehr zur bio-dynamischen Wirtschaftsweise.“ Sogar nach Demeter-Richtlinien! Sein Rosé ist herrlich frisch, mit feiner Würze, gleichzeitig von saftiger Beerenfrucht und leichtem Schmelz am Gaumen. Eine Saignée aus besten Spätburgunder-, Trollinger-, Zweigelt- und Portugieser-Trauben: Durch diesen Saftabzug ohne Pressung behält sein Rosé die deutliche Rotfärbung. Im Nachklang wirkt er schön mineralisch – ideal als Spargelbegleiter, – und macht sehr viel Lust auf das nächste Glas …


Unsere Weine des Monats – 6

FRANKREICH: Saftig-agiler Spargelwein
Rosé du Cazal, Minervois AC., 2017 Domaine Le Cazal, Minervois/Languedoc
Dass die Domaine Le Cazal tolle Rotweine produziert, wissen wir, seit wir sie Ihnen in unserer Hauspost vom Februar 2017 erstmalig vorgestellt haben. Neu hinzu kommt in diesem Jahr der Rosé des Hauses: Ein Wein, der uns sofort begeistert hat! Lebendige Zitrusnoten und fruchtige Saftigkeit. Das Weingut der Familie Derroja liegt furchtbar abgelegen auf einem Bergplateau in 320 Metern Höhe. Die Rebanlagen sind bis zu 80 Jahre alt und ertragen die extremen Tag- und Nacht-Temperaturunterschiede der Gegend gut, wo sonst vor allem Kräuter (Thymian) angebaut werden. Der so verlangsamte Reifeprozess der Trauben sorgt für Qualität und die würzige Tiefenstruktur der Weine, die uns bei ihren beiden Rotweinen ebenso überzeugt hat, wie bei diesem Rosé. Aus Cinsault, Grenache und Syrah gekeltert.


Die Weine: Rot

Unsere Weine des Monats – 7

ITALIEN: Bester Jahrgang!
Bacca Nera, Vino Rosso, 2016 Corte Figaretto, Verona/Veneto
Dieser ausgezeichnete Rotwein ist eine Cuvée aus typischen Traubensorten der Region um Verona. Die Lese erfolgt streng selektioniert von Hand. Nach der Gärung auf den Traubenschalen lagert der Wein zunächst in Edelstahlbehältern, bevor er drei Monate lang in französischen Eichenholzfässern seinen Feinschliff erhält. Der 2016er ist der beste Jahrgang, den wir bisher von diesem Wein probiert haben! Im Bukett Sauerkirschen, Waldbeeren und Gewürznoten. Am Gaumen elegant, kompakt und dennoch angenehm weich mit vollem Körper. Aufwändige Cuvée aus Corvina, Corvinone, Rondinella, Molinara, Oseleta sowie aus Cabernet Sauvignon, Merlot und Syrah.


Unsere Weine des Monats – 8

WÜRTTEMBERG: Top-Rotwein Lemberger!
Lemberger trocken, QbA., Gutsabfüllung, 2015. Weingut Dr. Baumann, Obersulm
Wie die junge Tanja Baumann Weine macht, haben wir schon mehrfach enthusiastisch kommentiert: Sie nimmt sich einfach die Zeit, auf höchstem handwerklichen Niveau und mit viel Traditionsliebe ihre Weine auszuarbeiten. So selektiert sie den Lemberger aus der Einzellage Salzberg: Keuper-Verwitterungsböden und Südhanglage geben Saft und viel Struktur mit. Die Farbe ist dunkler, als man es von dieser Rebsorte kennt, eher rubinrot. Auch duftet er „dunkler“ nach Wildkirschen, schwarzen Johannisbeeren und Brombeeren. Überhaupt überzeugt dieser Lemberger durch Eleganz, Kraft, Struktur!  Hätten Sie sowas jemals von einem Lemberger erwartet?


Nachrichten

Endlich wieder geschätzt: Der Lemberger

In Württemberg, dem deutschen Hauptanbaugebiet des Lembergers, nimmt seine Rebfläche stetig zu. Einerseits ist und bleibt er der schwäbische „Vierteles“-Wein schlechthin – im wahrsten Sinne: blassrot dünner Genossen-schafts-Schoppen. Andererseits treten immer mehr Qualitätswinzer gegen dieses Image und für das ungeheure Potenzial der spätreifenden Sorte an. Die Österreicher machen das mit ihrem „Blaufränkisch“, wie die Traube eigentlich heißt, seit den 80er-Jahren vor. Ihre Weine sind intensiv, dicht, fruchtig, langlebig. Gerhard Aldingers überragender Lemberger Hanweiler Berg zum Beispiel ist eine VDP-Erstlage und hat sich voll etabliert. Von solchen Qualitätswinzern wie auch Baumann, Dautel, Ellwanger, Zimmerle werden heute Lemberger angeboten, die endlich mit dem Selbstverständnis auftreten können, das man hierzulande leider lange vermissen musste. 


Henkell übernimmt Freixenet-Mehrheit

Die Wiesbadener Sektkellerei Henkell hat im März 50,67 Prozent an der katalanischen Kellerei Freixenet gekauft. Hauptgrund des Verkaufs war die schlechte Rentabilität, obwohl die Verkaufszahlen hoch waren. Doch die spanischen Hersteller wollten von Anfang an vor allem wachsen und international bekannt werden, gelangten aber bis zum Ende nicht aus dieser Preispolitik heraus. Ein Cava wie der Freixenet unterliegt in der Produktion ähnlich hohen Qualitätsanforderungen wie Champagner, ist wegen der günstigeren Reben aber deutlich preiswerter. Die geschützte Bezeichnung schreibt Anbaugebiete und Rebsorten gesetzlich vor, ebenso die (zweite) Flaschengärung. Dass es auch erfolgreicher geht, beweist unser Partner Vendrell aus dem Peñedès. Die beiden Cavas Vendrell Olivella Original Brut und der Brut Nature Organic (ohne Dosage!) gewinnen eine wachsende Fangemeinde, seit wir sie Ihnen Ende 2016 vorgestellt haben. Diese Cavas liegen bis zu drei Jahren auf der Hefe und können – was Finesse und Komplexität angehen, – von Crémant bis Champagner sicher mithalten!


Unser Spargel-Rezept des Monats

… ist mal ein ganz anderes: eine Pie – eine Pastete nach englischer (!) Art im geschlossenen Teigmantel gebacken. Und zwar mit grünem Spargel!
Zutaten: (für 4 Personen: 1 Pieform von 22 cm Ø)
450 g Butterblätterteig, Mehl, Butter für die Form Füllung: 1 kg grüne Spargel (4 cm lange Stücke), zerlassene Butter, 1 Bund Frühlingszwiebeln (in feinen Ringen), 1 Knoblauchzehe fein gehackt, 4 Radieschen fein gewürfelt, Salz, Pfeffer, Muskatnuss, 1 Eigelb mit 1 TL Milch verquirlt
Guss: 1 Ei, 1 dl Sahne, Salz, Pfeffer
Zubereitung: Teig: auf Mehl 2-3 mm dick ausrollen, eine Rundform in Größe der Pie ausschneiden, auf ein Backpapier legen, in der Mitte davon ein Loch (ca. 4 cm Ø) ausstechen. Restlichen Teig 2-3 mm dick rund ausrollen. In ausgebutterter Form auslegen und Teigboden dicht einstechen. Beide Teige 15 Minuten kühl stellen. Füllung: Spargel mit zerlassener Butter bepinseln, auf ein Blech legen (Backpapier!). Oben im vorgeheizten Backofengrill 3-4 Minuten grillen; auskühlen lassen. Frühlingszwiebeln, Knoblauch und Radieschen mischen, würzen. Die Hälfte auf dem Teigboden verteilen. Spargel auflegen, restliches Gemüse darüber verteilen. Überragenden Teigrand über die Füllung legen, mit Eigelb bepinseln. Teigdeckel auflegen, leicht andrücken, mit Eigelb bepinseln. Im unteren Teil des auf 220 °C vorgeheizten Ofens 10 Minuten backen. Guss Zutaten verrühren, würzen. Guss durch das Loch in den Pie gießen, ca. 20 Minuten fertig backen.

Der Wein: Grüner Veltliner „Von den Terrassen“, 2016, von Josef Ehmoser (Wagram/Österreich): Sehr saftige Frucht, anregend rassige Sortenart. Fein pfeffrige, schön nachhaltige Würznoten.